Montag, 5. Juni 2006

Alles Kryo oder was?

Das gabs schon lange nicht mehr: eine ausgewachsene technische Utopie im Stadthaus zu Halle an der Saale, wo sonst fast nur Umverteilungen diskutiert werden. Eingeladen hatte die Bürgerbewegung für Kryo-Recycling und Kreislaufwirtschaft e.V., eine Gruppierung um den Düsseldorfer Professor Harry Rosin.

kryo1

Prof. Rosin wurde Anfang der 90er Jahre bekannt als Miterfinder des FCKW-freien Kühlschranks, der von Scharfenstein aus seinen Siegeszug um die Welt antrat. Jetzt haben Rosin und Co. eine noch viel größere technologische Lücke entdeckt und zwar im Kunststoffrecycling. Während die Sammlung und Wiederverwertungen von Papier, Glas, Metallen und Bioabfällen schon recht gut funktionieren, landet ein großer Teil der gesammelten Kunststoffe immer noch in Müllverbrennungsanlagen.

kryo2

Aber auch hierfür hat der versierte Verfahrenstechniker Rosin etwas erfunden: das Kryo-Recycling-Verfahren. Nach der mechanischen Trennung werden die geschnitzelten Kunststoffe tiefgefroren, selbstverständlich ohne FCKW. Dann kommt ein mehrstufiger Mahlprozess in der Kälte, der die Kunststoffe so fein pulverisiert, dass eine wirklich sortenreine Trennung möglich wird.

kryo3

Bisher findet beim Kunststoffrecycling nur eine relativ grobe Schnitzelung statt, das eingefärbte Granulat eignet sich bestenfalls für Parkbänke und Katzentoiletten. Gegner des neuen Kryo-Verfahrens sind Anlagenbauer von Müllverbrennungsanlagen und Teile der Kunststoffindustrie, die durch hochwertige Recyclate ihren Absatz an Neukunststoffen geschmälert sehen. Andererseits würden beim Recyclat-Einsatz die Rohstoffkosten und -verbräuche sinken, was ja auch ein echter Wettbewerbsvorteil für den viel bejammerten "Standort D." wäre.

kryo4

Dass das Verfahren funktioniert, wurde im Technikumsmaßstab bewiesen. Die Energiekosten des Recyclingverfahrens liegen etwa bei einem Vierzigstel der Kunststoff-Neusynthese. So richteten sich dann am Pfingstmontag in Halle die Fragen vor allem auf die Umsetzungsmöglichkeiten. Obwohl ein tieferes Kunststoffrecycling schon heute ökonomisch und gesamtwirtschaftlich sinnvoll wäre, wird eingeschätzt, dass es bis zu einem Ölpreis von etwa 100,- Dollar pro Barrel für die Lobbyisten von Chemie und Anlagenbau möglich ist, eine Kunststoff-Kreislaufwirtschaft auszubremsen.

kryo5

Unterstützung finden die Kälte-Recycler bisher hauptsächlich von der Initiative "Das bessere Müllkonzept" und von einer kleinen demokratischen Partei. Ansatzpunkte für die Umsetzung sind Insellösungen in der Provinz. Deshalb wohl auch der Ausflug nach Halle, aber wahrscheinlich wird bei der Pilotanlage Eisenach das Rennen machen. Politik und Medien der Saalestadt hielten sich wieder einmal vornehm zurück.

kryo6

Bis auf Schauspieler Peter S., der ein Grußwort an die Versammelten richtete und sich auch sonst immer mehr zum "Neben-Bürgermeister" entwickelt. Besonderen Dank verdient auch der fleißige Internet-Surfer Helmut G., der diesen interessanten Vortrag an die Saale holte.

Dienstag, 16. Mai 2006

Münchhausens Rache

Im Ziegelrodaer Forst haben die Bauarbeiten für ein "Himmelsscheiben- Erlebniscenter" begonnen. Die Naturpark- Verwaltung Nebra lud ein zu einer geführten Wanderung an die Fundstätte der "Himmelsscheibe".

hi1

Der Freiherr von Münchhausen besitzt einen schönen Laubwald auf dem Mittelberg an der Unstrut.

hi2

Durch den schönen Wald führt seit kurzem eine häßliche Asphaltstraße.

hi3

Denn hier baut das Land Sachsen-Unhold ein "Erlebniscenter", einen Aussichtsturm und jede Menge Asphaltwege für putzige Elektroskooter.

hi4

Dem Trinkhorn eines Germanen nachempfunden, soll ein quietschgelber Betonschlauch am Hang über der Unstrut entstehen, als Kultstätte für Multimedia- Darbietungen rund um die 1999 gefundene "Himmelsscheibe von Nebra".

hi5

Willkommen in unserer Welt.

hi6

Hier durchwühlten zwei Grabräuber mit Metallsuchgeräten Hügelgräber und förderten dabei die 3600 Jahre alte Scheibe zu Tage, die sie für einen alten Eimerdeckel hielten.

hi7

Unten in Wangen veranstaltete die Bürgerinitative zum Erhalt der Unstrutbahn einen Aktionstag für die Eisenbahnverbindung am Fluß, denn die Länder Thüringen und Sachsen-Anhalt hegen Einsparpläne. Hier konnten auch die Elektrofahrzeuge bestaunt werden, die künftig Fußlahme auf den Mittelberg befördern sollen. Geführte Wanderungen zum Fundort der Scheibe starten jeden Samstag und Sonntag um 13.30 Uhr am roten Museumscontainer in Wangen, wobei fast acht Kilometer zurückzulegen sind. Fußgänger und Radfahrer zahlen einen Vorzugspreis von 5,- Euro, Ermäßigte 3,- Euro.

Zwei neue Radiobeiträge sind dort auch entstanden, über die Bahninitiative http://home.ngi.de/hans9/audio/bulabahn.ogg
und über den Himmelsscheiben-Tourismus http://home.ngi.de/hans9/audio/raubgrab.ogg .

Freitag, 12. Mai 2006

Seid Ihr vertich?

ma1

Der Markt ist fertig, säuselt unsere OBin. Sieht irgendwie seltsam aus. Große Flächen in asphaltgrau, vielleicht waren die Gestalter ja depressiv? Ob jemand solche Steine stiehlt? Ober ist es eher die von einem Populistenverein thematisierte Hallesche Gestörtheit, die die verwirrten Greise im Ratshof behaupten lässt, etwas sei gestohlen, was sie nur nicht gleich wiederfinden?

ma2

Aber vielleicht sollte sich die Marktpflasterung auch nur an eine andere Bausünde anpassen? Bitte nach Ihnen, Madame!

ma3

Dienstag, 9. Mai 2006

Retro räumt ab

MDR-Literaturwettbewerb im Leipziger Haus des Buches. Trotz des Massenbetriebs mit über 2000 Einsendungen und 19 Juroren eines der wenigen fast zugangsoffenen Literatur-"Castings" der Hartz-Republik.

m01

Die Literaturredakteure Hametner und Heise moderierten einen dreieinhalbstündigen Lesemarathon, sieben Autoren zwischen 28 und 51 Jahren lasen je eine Viertelstunde ihre eingesandte Kurzgeschichte. Die Fakten stehen detailiert auf der Seite von MDR-Figaro.

m02

Pascal von Wroblewsky und das Stephan-König-Trio spielten bzw. sangen dazu auf Zuruf klassischen Jazz. Die gelesenen Texte waren kaum noch "popig", es ging viel um die soziale Wirklichkeit in der "Merkelei" , das Verschwinden aller Sicherheiten, eine löchrig werdende Realität. Der erste Preis und der Publikumspreis gingen dann aber doch an eine "Retro"- Geschichte, Thomas Pletzingers "Bruck". Druckvoll erzählt, schwelgt er in der geliehenen Identität der Lebenserinnerungen eines jüdischen Tausendsassas. Gesellschaftlich ist das natürlich völlig affirmativ, Pletzinger würde höchstens Ein-Euro-Stellen für Türsteher einrichten oder Arbeitslosen Praktika bei der örtlichen Ethno-Mafia vermitteln.

m03

Vor-Juror André Schinkel aus Halle erklärt die Welt. Meine persönliche Lieblingsgeschichte war "Notfalls Marmelade" von Andreas Heidtmann. Erinnert ein wenig an Eugen Egner, doch der polemische Plauderton ist neu und unversöhnlich. Und gut!

m04

MDR-Hörfunk-Chefin Molsen geht im November in den (fast) verdienten Ruhestand und nun zittert alles vor ihrem Nachfolger im Feudalreich des MDR. Wird es den Literaturwettbewerb weiter geben? Die Zuschauer in Leipzig waren eher dafür.

Montag, 8. Mai 2006

Landesgarten

Heute im Ein-Mann-Brigadetagebuch: mein Ausflug zur Landesgartenschau nach Wernigerode. Landesgartenschauen gibt es in diesem Jahr auch in solchen Metropolen wie Winsen an der Luhe, Rathenow, Oschatz, Bad Wildungen, Marktredwitz und Heidenheim.

w01

Nun also auch in Wernigerode- Nord: "Folgen Sie dem innerstädtischen Informationssystem zum Großparkplatz am Eingang Nord-West." Lieber nicht, ich parke bei 'Kaufland' im Osten und benutze den Eingang Dornberg.

w02

Der erste Hieb mit der Gutsherrenpeitsche ist der Eintrittspreis, 11,- Euro für eine Tageskarte.

w03

Los geht es mit den Themengärten, Thema Tulpen.

w04

Landesausstellung im 'Alten Schafstall'.

w05

Der Aussichtsturm, ein altes Futtersilo.

w06

Themengarten Grabgestaltung "für Elise".

w07

Chorgesang in der Bühnenhalle, die Blumenhalle ist (noch?) geschlossen. Auf dem Schreiberteich kann man Boot fahren und am Ufer eine Pflanzenkläranlage in einem sehr frühen Stadium sehen.

w08

Harzblick über die Zaunwiese.

w09

Kinderbespaßung im Zauberwäldchen und im Garten des Glaubens wachsen die Bäume auch nicht in den Himmel. Die Mineralienschlucht ist recht lehrreich. Schleierhaft bleibt, was der tiefere Sinn der anderen langen Schluchten aus mit Schotter gefüllten Drahtkisten sein soll?

w10

Die Harzblickgärten beziehen das benachbarte Plattenbaugebiet ein. In der White Box projezieren drei Videobeamer plätscherndes Wasser an die Wände. Die einzigen Harzer Fischspezialitäten im Fischerhof scheinen Mattjesbrötchen und Bismarckbrötchen zu sein. In den Aquarien des Promenadendecks am Köhlerteich ist eine Algenplage zu beobachten.

w11

Barock und Antike liegen im "Themengärten-Band" dicht beieinander. Die KZ-Gedenkstätte einzubeziehen, hat man sich wohl nicht so recht getraut. Sachsen-Anhalts Künstler haben gewöhnungsbedürftige Parkbänke gebastelt. Kurts Teich wird künstlich belüftet, schön für ihn. Die Kleingärten an der Zaunwiese haben überdurchschnittlich viele Hochbeete.

w12

Beim Anleger im Lindenheller Teich schwimmen Glaskugeln, die früher auch zur Stabilisierung der Fischernetze verwendet wurden. Der Dornbergsteich könnte mal wieder ausgebaggert werden.

w13

Am Wasserlebener Teich kommen Gartenzwerg-Freunde auf ihre Kosten. Streichelzoo und Grünes Klassenzimmer locken Kinder und Familien.

w14

Die Harzer Nationalpark-Verwaltung thematisiert das Weihnachtsfest und stellt ein geschlossenes Blockhaus aus. Insgesamt hatte ich mehr eine Leistungsschau von Landwirtschaft und Gartenbau erwartet, was auch ansatzweise am Stand der Quedlinburger Saatzucht-Betriebe zu sehen ist. Aber irgendwie scheint man nicht nur dort die Frühjahrsbestellung verschlafen zu haben...

Sonntag, 30. April 2006

Die Partei und ihre Tage

b04

Als Ein-Euro-Reporter auf dem 10. Bundesparteitag der PDS in Halle an der Saale: Stimmungsvoller Auftakt - Musikprofessor Buchholz griff selbst in die Tasten und auch Sozialbürgermeisterin Dagmar Szabados begüßte die Delegierten mit einem Gedicht von Eichendorff. Unsere Jungpioniere sagen ein Gedicht für die alten Genossen auf, na ja.

b02

Dann ging es aber endlich los mit den Wahlen zum Vorstand, einer Kampagne zum Mindestlohn und der Fusion der PDS mit der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit. Und dieser Vereinigungsprozess wird immer komplizierter. In Berlin und und Mecklenburg-Vorpommern ist die PDS an Landesregierungen beteiligt, trägt dort Sozialabbau und andere neoliberale Grausamkeiten mit. Klaus Ernst von der WASG findet, das sei, "wie wenn eine Vegetarierpartei in zwei Landesverbänden zu einer Schlachteschüssel einladen würde".

b05

Denn zeitgleich fand in Ludwigshafen der 3. Länderrat der WASG als Partei statt. Und auch von Halle aus wurde mit Spannung verfolgt, ob die WASG-Delegierten die Vereinigungskritiker abstrafen würden, die sich um die Berliner Landesvorsitzende Luci Redler schaarten. Die Strafe wurde eine grausame, am Sonntag lag die WASG gespalten am Boden.

b06

In seiner Eröffnungsansprache in Halle betonte PDS-Vorsitzender Lothar Bisky mehr die Gemeinsamkeiten, auch Ex-Grüne wolle man mit offenen Armen empfangen. Ja wie ist das eigentlich mit den grünen Positionen in der neuen Linkspartei? Die Ökologische Plattform der PDS trat in Halle nicht in Erscheinung. An der Infotheke bekam ich aber das Vierteljahresheftchen der Parteiökologen, worin sich deren Vordenker Heiko Balsmeyer fragt: Wie Retro ist die Wahlalternative?

b01

Wobei man der Gerechtigkeit halber anmerken muß, dass die Formulierung von der ökologischen "Retropartei" von dem führenden WASG-Theoretiker Thies Gleiss selbst stammt, der sie selbstkritisch und ironisch gebraucht hatte. Denn die Ökologen von PDS und WASG bewegen sich durchaus aufeinander zu, ihre Beziehung ist nur noch nicht so belastbar. Widersprüche gibt es eher in der PDS selbst und zwar mit den Graswurzelökologen auf der einen Seite und den konventionellen Landwirten der LPG-Nachfolger auf der anderen Seite, die auch schon mal die "grüne" Gentechnik befürworten. Aber diese Flügel-Auseinandersetzungen werden wohl erst wieder in der neuen Partei eine Rolle spielen. Ansonsten gab es viel konventionellen Promi-Kult, Gregor Gysi plauderte, Oskar Lafontaine redete sogar zweimal, am Samstag in Ludwigshafen und am Sonntag in Halle.

b03

Leider waren Sachpolitiker und Arbeitsgemeinschaften auf dem Parteitag in Halle kaum wahrnehmbar. Nur die PDS-Frauenpolitikerinnen trauten sich, parallel zum Parteitag ein eigenes Frauenplenum zu organisieren. Die verabschiedeten sich dann auch mit einem Lied in die neuen Zeiten. Und hier der entstandene Radiobeitrag: http://home.ngi.de/hans9/audio/pdstag.ogg

Montag, 10. April 2006

Sie haben gewonnen!

Wer eine Benachrichtigung mit dieser Überschrift bekommt, ist oftmals skeptisch. Doch ich habe wirklich gewonnen. Auf der Webseite der Sparkasse Halle hatte ich drei einfache Fragen per Mausklick beantwortet und nun besitze ich so ziemlich alle Devotionalien, die der durchschnittliche Sparkassenkunde so braucht: Geldrucksack, Badeball, Spielzeugtruck, Parkscheibe, Rotkäppchen- Sekt, Kartenspiel, Sparbüchse in Käseform, Deutschland- Schlüsselband, Streichhölzer, Kugelschreiber, Nähbesteck und drei Glückskekse - Yippie!

Gewinne

Ein paar Wünsche bleiben freilich noch offen, z.B. ein Dispokredit zu marktüblichen Zinsen oder lohnende Festgeld- Anlagemöglichkeiten. Aber man will ja nicht undankbar sein...

Freitag, 17. März 2006

Irre!

Auf dem Gelände der historischen "Provinzial-Irrenanstalt Nietleben" finden zur Zeit umfangreiche Abrissarbeiten statt. Auf Betreiben der Stadt Halle genehmigte das Landesverwaltungsamt im Herbst 2005 den Abriss. Nun rollen also die Bagger und Lastwagen an. Die Anstaltskirche der Heilanstalt soll von den Abrissarbeiten nicht betroffen sein. Für sie soll es auch ein Nutzungskonzept geben.

P1

Geschliffen wird jetzt der Kernbezirk einer der frühesten psychiatrischen Heilanstalten Deutschlands: der rechteckig um einen Innenhof angeordnete, fußballfeldgroße Komplex aus zwei- bis dreigeschossigen Backsteingebäuden mit verbindenden Arkaden und Kolonnaden. Das symmetrisch angeordnete Gesamtensemble des Spätklassizismus war eine wohlgeordnete Kleinstadt des medizinischen Fortschritts. Aus dem Geist einer neuen Humanität geboren, sollte sie den Geisteskranken menschenwürdige Unterkünfte und optimale Therapiebedingungen bieten. Noch wenige Jahrzehnte zuvor hatte man die Irren von Halle zusammen mit Kriminellen im Zuchthaus eingesperrt. Der Psychiater Heinrich Damerow geißelte diese Zustände und erwirkte schließlich bei der preußischen Regierung den Bau einer Provinzial-Irrenanstalt.

P2

Die späteren Bauten wurden in lockerer Anordnung in die Parklandschaft rund um den Kernbezirk eingestreut. Bereits 1864 wurde die ebenfalls spätklassizistische Anstaltskirche geweiht. Nach 1870 wurden Erweiterungen der Anstalt notwendig, denn der Modernisierungsschub der Gründerjahre trieb Scharen psychisch Kranker nach Nietleben. Zunächst entstanden villenartige Patientenhäuser, später kamen Aufnahmestationen, ein Verwahrhaus für unbotmäßige Kranke, eine neue Villa für den Direktor und mehrere Häuser für das Anstaltspersonal hinzu. In der Nazizeit wurden viele Kranke ermordet und das Anstaltsgelände wurde einer Heeres-Nachrichtenschule einverleibt. Nach dem 2. Weltkrieg nahm die Rote Armee das Gelände in Besitz und blieb dort bis Anfang der neunziger Jahre. Sie hinterließ die Anlage in einem verwahrlosten, aber baulich einigermaßen intakten Zustand. Die Kirche verwendeten die Rotarmisten als Turnhalle. Die mutwillige Zerstörung der Irrenanstalt begann erst nach dem Abzug der Soldaten, veranlaßt von bundesdeutschen Behörden: Der Mittelbau im Hof des klassizistischen Kernkomplexes und einige Seitentrakte wurden abgerissen. Der Leerstand beschleunigte den Verfall der übrigen Gebäude. Nicht ausreichend gesichert, wurden sie dem Vandalismus preisgegeben.

P3

Nun hat also der endgültige Abriss des gesamten klassizistischen Komplexes begonnen. An seiner Stelle soll der vierte Abschnitt des "Technologie- und Gründerzentrums" Halle entstehen. Das Gelände ist Teil eines mit Fördergeldern errichteten "Wissenschafts- und Innovationsparks", in dem man auch Platz für eventuelle Firmenansiedlungen anbieten will - so entstehen die Industriebrachen von morgen. Ein Radiobeitrag von mir steht dazu auf: http://home.ngi.de/hans9/audio/irre.ogg

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Brotaufstrich
stulli - 12. Okt, 20:03
Wordle erkennt Magda
Frisch gelöscht beim "Freitag", auf Wunsch einer Userein,...
stulli - 31. Aug, 20:59
Theoriebruchstück über...
Trolle sind sind ja nicht nur ungebetene Gäste im sweet...
stulli - 7. Mai, 23:58
PET ist reif
Neulich wurde im Lux-Kino „Plastic Planet“ von Werner...
stulli - 14. Apr, 17:46
Ossiland ist abgebrannt
Tussiherrschaft Der Hörspielfreund hat wieder einmal...
stulli - 6. Feb, 17:19

Links

Suche

 

Status

Online seit 7073 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 12. Okt, 20:03

Credits

Mein Lesestoff


Stanislaw Ossowski
Klassenstruktur im sozialen Bewusstsein


Sighard Neckel
Flucht nach vorn


Jiang Rong
Der Zorn der Wölfe


Christa Luft
Wendeland

Buchmesse
China
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren