Alles Kryo oder was?
Das gabs schon lange nicht mehr: eine ausgewachsene technische Utopie im Stadthaus zu Halle an der Saale, wo sonst fast nur Umverteilungen diskutiert werden. Eingeladen hatte die Bürgerbewegung für Kryo-Recycling und Kreislaufwirtschaft e.V., eine Gruppierung um den Düsseldorfer Professor Harry Rosin.

Prof. Rosin wurde Anfang der 90er Jahre bekannt als Miterfinder des FCKW-freien Kühlschranks, der von Scharfenstein aus seinen Siegeszug um die Welt antrat. Jetzt haben Rosin und Co. eine noch viel größere technologische Lücke entdeckt und zwar im Kunststoffrecycling. Während die Sammlung und Wiederverwertungen von Papier, Glas, Metallen und Bioabfällen schon recht gut funktionieren, landet ein großer Teil der gesammelten Kunststoffe immer noch in Müllverbrennungsanlagen.

Aber auch hierfür hat der versierte Verfahrenstechniker Rosin etwas erfunden: das Kryo-Recycling-Verfahren. Nach der mechanischen Trennung werden die geschnitzelten Kunststoffe tiefgefroren, selbstverständlich ohne FCKW. Dann kommt ein mehrstufiger Mahlprozess in der Kälte, der die Kunststoffe so fein pulverisiert, dass eine wirklich sortenreine Trennung möglich wird.

Bisher findet beim Kunststoffrecycling nur eine relativ grobe Schnitzelung statt, das eingefärbte Granulat eignet sich bestenfalls für Parkbänke und Katzentoiletten. Gegner des neuen Kryo-Verfahrens sind Anlagenbauer von Müllverbrennungsanlagen und Teile der Kunststoffindustrie, die durch hochwertige Recyclate ihren Absatz an Neukunststoffen geschmälert sehen. Andererseits würden beim Recyclat-Einsatz die Rohstoffkosten und -verbräuche sinken, was ja auch ein echter Wettbewerbsvorteil für den viel bejammerten "Standort D." wäre.

Dass das Verfahren funktioniert, wurde im Technikumsmaßstab bewiesen. Die Energiekosten des Recyclingverfahrens liegen etwa bei einem Vierzigstel der Kunststoff-Neusynthese. So richteten sich dann am Pfingstmontag in Halle die Fragen vor allem auf die Umsetzungsmöglichkeiten. Obwohl ein tieferes Kunststoffrecycling schon heute ökonomisch und gesamtwirtschaftlich sinnvoll wäre, wird eingeschätzt, dass es bis zu einem Ölpreis von etwa 100,- Dollar pro Barrel für die Lobbyisten von Chemie und Anlagenbau möglich ist, eine Kunststoff-Kreislaufwirtschaft auszubremsen.

Unterstützung finden die Kälte-Recycler bisher hauptsächlich von der Initiative "Das bessere Müllkonzept" und von einer kleinen demokratischen Partei. Ansatzpunkte für die Umsetzung sind Insellösungen in der Provinz. Deshalb wohl auch der Ausflug nach Halle, aber wahrscheinlich wird bei der Pilotanlage Eisenach das Rennen machen. Politik und Medien der Saalestadt hielten sich wieder einmal vornehm zurück.

Bis auf Schauspieler Peter S., der ein Grußwort an die Versammelten richtete und sich auch sonst immer mehr zum "Neben-Bürgermeister" entwickelt. Besonderen Dank verdient auch der fleißige Internet-Surfer Helmut G., der diesen interessanten Vortrag an die Saale holte.

Prof. Rosin wurde Anfang der 90er Jahre bekannt als Miterfinder des FCKW-freien Kühlschranks, der von Scharfenstein aus seinen Siegeszug um die Welt antrat. Jetzt haben Rosin und Co. eine noch viel größere technologische Lücke entdeckt und zwar im Kunststoffrecycling. Während die Sammlung und Wiederverwertungen von Papier, Glas, Metallen und Bioabfällen schon recht gut funktionieren, landet ein großer Teil der gesammelten Kunststoffe immer noch in Müllverbrennungsanlagen.

Aber auch hierfür hat der versierte Verfahrenstechniker Rosin etwas erfunden: das Kryo-Recycling-Verfahren. Nach der mechanischen Trennung werden die geschnitzelten Kunststoffe tiefgefroren, selbstverständlich ohne FCKW. Dann kommt ein mehrstufiger Mahlprozess in der Kälte, der die Kunststoffe so fein pulverisiert, dass eine wirklich sortenreine Trennung möglich wird.

Bisher findet beim Kunststoffrecycling nur eine relativ grobe Schnitzelung statt, das eingefärbte Granulat eignet sich bestenfalls für Parkbänke und Katzentoiletten. Gegner des neuen Kryo-Verfahrens sind Anlagenbauer von Müllverbrennungsanlagen und Teile der Kunststoffindustrie, die durch hochwertige Recyclate ihren Absatz an Neukunststoffen geschmälert sehen. Andererseits würden beim Recyclat-Einsatz die Rohstoffkosten und -verbräuche sinken, was ja auch ein echter Wettbewerbsvorteil für den viel bejammerten "Standort D." wäre.

Dass das Verfahren funktioniert, wurde im Technikumsmaßstab bewiesen. Die Energiekosten des Recyclingverfahrens liegen etwa bei einem Vierzigstel der Kunststoff-Neusynthese. So richteten sich dann am Pfingstmontag in Halle die Fragen vor allem auf die Umsetzungsmöglichkeiten. Obwohl ein tieferes Kunststoffrecycling schon heute ökonomisch und gesamtwirtschaftlich sinnvoll wäre, wird eingeschätzt, dass es bis zu einem Ölpreis von etwa 100,- Dollar pro Barrel für die Lobbyisten von Chemie und Anlagenbau möglich ist, eine Kunststoff-Kreislaufwirtschaft auszubremsen.

Unterstützung finden die Kälte-Recycler bisher hauptsächlich von der Initiative "Das bessere Müllkonzept" und von einer kleinen demokratischen Partei. Ansatzpunkte für die Umsetzung sind Insellösungen in der Provinz. Deshalb wohl auch der Ausflug nach Halle, aber wahrscheinlich wird bei der Pilotanlage Eisenach das Rennen machen. Politik und Medien der Saalestadt hielten sich wieder einmal vornehm zurück.

Bis auf Schauspieler Peter S., der ein Grußwort an die Versammelten richtete und sich auch sonst immer mehr zum "Neben-Bürgermeister" entwickelt. Besonderen Dank verdient auch der fleißige Internet-Surfer Helmut G., der diesen interessanten Vortrag an die Saale holte.
stulli - 5. Jun, 20:57