Donnerstag, 8. März 2007

Standby-Teufelei

Die Energieversorgung Halle GmbH verleiht zur Zeit Messgeräte an ihre Kunden, mit denen diese "Stromfressern" im Haushalt auf die Spur kommen können. Ich habe mich beteiligt, eine Woche lang gemessen und war dann doch überrascht.

evh

Meine Waschmaschine betrügt mich! Steht scheinbar ausgeschaltet in der Ecke, zieht aber doch dauernd 9 W Strom. Wozu sie den wohl braucht? Fernseher und Vidorecorder sind als Stromfresser bekannt, nur seit die Abschalt-Leiste brutzelnde Geräusche von sich gegeben hat, hängen sie wieder direkt am Netz. Neu hinzu gekommen ist der DVBT-Empfänger, der dringend an eine neue Schaltleiste müßte.

rechnung

Computer, Monitor und Scanner haben ihre eigene Abschalt-Leiste, die ich leider oftmals vergesse auszuschalten. Der Laptop ist eher selten in Betrieb. Der Anruf-Beantworter ist ein altes Problem, auch das Kofferradio mit dem ständig laufenden Netzteil. Aber auch die schicke neue Schreibtischlampe mit den 10 weißen Leuchtdioden ist primärseitig dauernd am Netz, geschaltet wird bisher nur der Sekundär-Stromkreis.

stromklau

Insgesamt etwa 200,- Euro unnötige Verluste im Jahr! Auch der Kühlschrank ist ein älteres Modell mit durchschnittlich 65 W Leistungsaufnahme, entspricht 109,20 € im Jahr. Peter Hartz und seine Populisten-Kumpane können mir ja mal einen neuen spendieren...

kohlenklau

Zur Belohnung gab es von der EVH einen "Powersafer", ein kleines Standby-Gerät zum Schalten anderer Standby-Geräte. Wichtiger wäre eine kompetente Beratung anhand der ermittelten Werte gewesen. Aber dazu waren die Damen am Empfang der EVH weder Willens, noch in der Lage. Eher ratlos verließ ich das "Kundencenter". Wenigstens habe ich bei der Aktion gemerkt, dass die EVH viel zu teuer ist. Und jetzt wechsele ich den Stromanbieter, ist ja ganz ... e-wie-einfach.

Dienstag, 19. Dezember 2006

Klimawandel

Der heißeste Dezember seit Beginn exakter Wetteraufzeichnungen: in Halle blühen wieder die Bäume, die Gänseblümchen sowieso, der Herbst- Löwenzahn, der Gemeine Löwenzahn, der Wiesen- Silau und sogar die gemeine Abrisskolonne ist wieder aktiv, hier in der Praetoriusstraße in Neustadt.

Praetoriusstraße

Mittwoch, 6. Dezember 2006

Selbstnutzer

Der Architekturkreis Halle veranstaltete am 5.12. eine Gesprächsrunde zu so genannten Selbstnutzern und Baugruppen. Selbstnutzer werden im Neusprech Häuslebauer genannt, die statt auf der grünen Wiese mitten in der Stadt bauen und Baugruppen packen dabei gemeinsam an. Leipzig macht es vor, wo Bauherrengemeinschaften in der Planungsphase eine GbR gründen, die Planer und Architekten beauftragt. Typischerweise erfolgt noch vor der Bauphase der Verkauf der Wohnungen an die Selbstnutzer. In Leipzig war das Stadt-Erneuerungsamt Mitinitiator, die privatwirtschaftliche Immothek GmbH führt eine Immobilien-Datenbank und berät Interessenten in einem Ladenlokal (Dorotheenplatz 3b in 04109 Leipzig). Neubauten in Baulücken entstehen so weitgehend ohne die kostentreibenden Bauträger. In Altbauten müssen manchmal bis zu 10 Einzelinteressenten unter einen Baugruppen-Hut gebracht werden, was von, im Idealfall, unabhängigen Moderatoren betrieben wird. Die sächsische Aufbaubank fördert und übernimmt, wenn gewünscht, auch die komplette Kreditierung. Für weniger kreditwürdige oder solvente Interessenten gibt es in Leipzig die Wächterhäuser unter dem Dach des HausHalten e.V., wo die "Wächter" schon auf einer langen Warteliste Wache stehen.

iceisen

Halle hat auch vorzeigbare Ansätze, Herr Zeigermann von der HWG stellte sein eigenes, durchaus sympathisches, Projekt in der Scheffelstraße vor. Darüber hinaus will die HWG 2007 an vier Standorten Baugruppen unterstützen (Laurentius-Str., Brandenburger Str., F.-Reuter-Str., L.-Wucherer-Str.). Doch auch außerhalb der HWG sollte es mindestens einen unabhängigen Ansprechparter geben, viele Erbengemeinschaften von Außerhalb würden ihre Gründerzeithäuser einbringen wollen usw. Herr Lunebach vom Stadtplanungamt zeigte sich bedeckt und wollte sich anscheinend nicht gleich den Hut aufsetzen lassen. Anfangen könnte man wohl mit einer halben umgewidmeten Stelle im Planungsamt, die Architektengruppe könnte ein Angebot nach dem Muster der Leipziger Immothek erstellen, dessen Finanzierung der Stadtrat absegnen müßte. Und für die "Working Poor" gibt es ja jetzt schon den Wächterverein dieses Praktikanten im Planungsamt. Gut, dass wir mal darüber geredet haben...

Montag, 27. November 2006

Kapitalistenbrause?

Am vergangenen Wochenende fand in Berlin der Kongress "Solidarische Ökonomie im globalisierten Kapitalismus" statt. Veranstalter war die 'Bewegungsakademie' (das Bildungswerk von Attac). Wie wollen wir wirtschaften? - fragten sich über 1400 Teilnehmer aus aller Welt, aus Betrieben und Projekten der alternativen Ökonomie, alten und neuen Genossenschaften, selbstverwalteten Betrieben, Unternehmen mit sozialen Zielsetzungen, Wohn- und Gemeinschaftsprojekten, Tauschringen, alternativen Finanzierungseinrichtungen, fairem Handel, landwirtschaftlicher Direktvermarktung, Frauenprojekten und Wissensinitiativen.

Podium

Auch der Bundesverband Freier Radios bot (in Gestalt von Martin) eine Podcast-Werkstatt an, die aber nicht so recht in die Tiefe gehen konnte. Überhaupt verschob sich der Schwerpunkt des Kongresses mehr in Richtung Projektemesse, weil bei jeder Zusammenkunft überwiegend neue Leute da waren, die erst einmal grundsätzliche Verständnisfragen hatten. Wobei im Vergleich mit den internationalen Projekten die deutschen Angebote eher unattraktiv erschienen: die Theorie- Arbeiskreise von Traditions- 68ern, die fortbestehenden Ost-West-Unterschiede mit den esoterisch angehauchten Lebens- und Geldreformern im Westen und den protestantischen Askesepredigern aus dem Osten. Und nicht zuletzt die polit- bürokratischen Strukturen mit Dutzenden von Dachverbänden und Vernetzungsinstanzen wirkten doch sehr deutsch.

Lichthof

In Europa scheinen italienische Behindertenkooperativen eine Vorbildfunktion zu gewinnen, während international der Blick stark nach Südamerika ging. Nicht zuletzt, weil mit Paul Singer der brasilianische Staatssekreär für soziale Ökonomie am Kongress teilnahm. Dort geht es neben elementaren Überlebensfragen auch gleich um Demokratie und Gewaltenteilung. Die von der Regierung Lula zur Verfügung gestellten knappen Mittel können nicht einfach mit der Gießkanne verteilt werden, sondern werden in einer ausgeklügelten Gewaltenteilung zwischen Rätestrukturen, Regierungsstellen und lokalen Verwaltungen ausgehandelt.

Bildet Banden!

Aus China kommt eines der ersten asiatischen Fremdwörter der globalisierungskritischen Sprache: Dagongmei sind "Arbeitnehmerinnen mit Migrationshintergrund in autoritären Verhältnissen", was beinahe so schlimm klingt wie seinerzeit "Fremdarbeiterinnen" - mit schnarrendem Unterton gesprochen. Frauen lassen sich wahrscheinlich wirklich anders ausbeuten als Männer, da ist die geschlechtliche Unterscheidung wohl mal gerechtfertigt. Überhaupt geht der Trend stark in Richtung Bewältigung praktischer Lebenssituationen wie Wohnen, Ernährung, Gesundheit, Sport, bis hin zum "besseren Müllkonzept". In Berlin wurde das lange besetzte ehemalige Krankenhaus Bethanien in die Hände der Nutzer privatisiert. Auch heftige Privatisierungskritiker sind jetzt im Trägerverein aktiv. Eine weitere "gute Privatisierung" bahnt sich für die Berliner Wasserversorgung an. Eine Genossenschaft "Wasser in Bürgerhand e.G." steht bereit, um die hauptstädtischen Wasserwerke zum Schnäppchenpreis von 1,7 Milliarden Euro zu übernehmen.

Cola

Ökolebensmittel sind längst nicht mehr nur Müsli und Kartoffeln, auf der Projektemesse bot eine Vertriebsfirma die erste globalisierungskritisch korrekte Cola an. Die bessere Kapitalistenbrause heißt "Costa Rica Cola" und wird vom Abfüller mit Quellwasser der Bretagne und fair gehandeltem Rohrzucker aus Costa Rica zusammengerührt. Weitere Bestandteile sind Kohlensäure, Kolanuss-Extrakt, Farbstoff E 150 d, Säuerungsmittel E 338, Aromastoffe und Koffein. Und der Geschmack von "Costa Rica Cola" ist tatsächlich besser als jener der braunen Brühe aus dem Gewerbegebiet Halle-Neustadt, als notorischer Colatrinker kann ich das beurteilen.

Noch`n Podium.

Wichtiger werden auch die freien geistigen Eigentumsrechte, Stichwort Wissensalmende. Da gibt es längst nicht nur freie Software und Medienprojekte, auch Baupläne für das "freie Auto" stehen demnächst im Netz und jeder darf es dann nachbasteln. Bei der weltweiten Harmonisierung der Urheber- und Patentrechte im Rahmen des Welthandelsabkommens mischt man kräftig mit und bald wird es wohl auch das "bessere Wissensmonopol" geben, dass den gerade abgehängten Teil der Menschheit knebelt...

Karre

Montag, 23. Oktober 2006

FRN abgeschaltet

FRN Kleinbus

Beim Aktionstag für die Unstrutbahn im Mai waren sie noch mit ihrem Kleinbus dabei und spielten Volksmusik vom Laptop. Jetzt wurde das Freie Radio Naumburg abgeschaltet. Ungläubiges Herumdrücken am Autoradio, tatsächlich kein Signal mehr auf 99,6 MHz. "Das Freie Radio Naumburg e.V. hat am 30.09.2006 um 24.00 Uhr seinen Sendebetrieb eingestellt!", steht auf der Webseite. Und die Radiowoche meldet, dass es ein förmliches Lizenzwiderufungsverfahren der Landesmedienanstalt gab, welche dann mit Beschluss vom 18. September dem Verein die Sendelizenz entzog. Armutsverwaltung und Kulturbürokratie förderten auch nur zentrifugale Tendenzen. Schrille Geschichten werden nun erzählt, die man besser nicht wiederholt. Im Prinzip hat sich der Trägerverein selbst "zerlegt", wobei die Mietschulden nur der äußere Anlass für das Aus des durchaus vielfältigen Programms aus der Region waren.

Verabschiedung

Sonntag, 13. August 2006

Im Felde

1pano

Am Sonnabend, dem 12. August 2006 führte der DARC (Deutscher Amateurradio-Club) in Sachsen-Anhalt seinen Feldtag auf dem Haltberg bei Löbejün durch. Joachim und ich waren eingeladen und wir scheuten uns auch nicht, das Corax-Mikrofon heraus zu holen. Das Verhältnis zum NKL ist leider nicht ganz spannungsfrei. Denn einige Funkfreunde meinen immer noch, dass die Corax-Frequenz 95,9 MHz eine Zwischenfrequenz in einem ihrer Amateurfunk-Umsetzer stören würde. Da sollten sie vielleicht mal ihre Bastelkiste abschirmen...

2tv

Neben der klassischen Kurzwellen-Telefonie scheint digitales Fernsehen der Trend im organisierten Amateurfunk zu sein.

3komp

Dieser Funkfreund trotzt den vielfältigen Gesundheitsgefährdungen des Sendebetriebs, allerdings ist seine Schutzausrüstung noch ergänzungsbedürftig.

4tv

Livebilder vom Brocken, die Temperatur beträgt 12 Grad Celsius, es ist windig und die Besucher streben in Grüppchen dem Gipfel entgegen. In der Diskussion zeigte sich, dass es - bei aller Technikbegeisterung - gerade beim Fernsehen wohl nicht ganz ohne Inhalteproduktion abgehen wird. Worin dann wohl auch ein Ansatzpunkt einer möglichen Zusammenarbeit mit NKL und OKTV zu sehen wäre...

Der entstandene Radiobeitrag steht auf http://home.ngi.de/hans9/audio/darcfeld.ogg .

Sonntag, 2. Juli 2006

Aktion Geronto

Am 29. Juli lud die Arbeitsagentur Halle zu einem Aktionstag für ältere Arbeitnehmer nach Zörbig ein - und zwar in die Mitteldeutsche Bioenergie GmbH. Die Arbeitsverwaltung tut eine Menge für ältere Arbeitslose, wie Agenturchefin Sabine Edner erläuterte. Doch gute Qualifikation, Berufserfahrung, Leistungsbereitschaft und Sozialkompetenz Älterer nutzen wenig, wenn es keine gesunden Unternehmen in der Region gibt. Solch ein positives Beispiel ist zweifellos die Mitteldeutsche Bioenergie GmbH mit ihrem Geschäftsführer Dr. Klotz.

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Sorgen macht den Destillenbetreibern zur Zeit mehr die Politik des Berliner Umweltministeriums mit seiner schrittweisen Besteuerung von Biokraftstoffen. Dr. Klotz:
"Es ist also so, dass man mit der Entscheidung gestern, mit der Besteuerung für Biokraftstoffe, eigentlich die Biokraftstoffe für Deutschland zu Grabe getragen hat. Also es ist die Besteuerung für Biodiesel beschlossen worden und ab 2010 die volle Besteuerung für Bioethanol. Das heißt ab 2010 ist Biokraftstoff in Deutschland tot, das muß man so sehen. Die Beimischungspflicht, die findet zwar statt oder sagen wir mal, die wird gefordert, aber es ist so, dass ja der Anteil der beigemischt werden soll, auch besteuert wird. Und es ist so, dass man natürlich die Mengen recht schnell dann erfüllen kann, und dann wird eigentlich der Markt sich nicht weiter ausbauen. Man wird sicherlich über eine Quote diese Beimischungspflicht erfüllen können und da werden bestimmte Bereiche wie z.B. der Ethanol-Bereich wird ausgehebelt, weil man dann die Quote über Biodiesel und ETB erfüllt. Ich denke, das ist eine sehr schlechte Entscheidung für uns. Wir hoffen trotzdem, dass wir hier gut weiterarbeiten können, weil wir bereits heute den überwiegenden Teil exportieren und nicht in Deutschland verkaufen."

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Treibstoffe werden exportiert und Autos werden dafür künftig importiert. Vor dem Firmensitz der MBE stehen jedenfalls schon drei sehr ansehnliche Fahrzeuge vom Typ Saab 95, die mit Benzin-Ethanol-Gemischen bis zu 85% Alkoholgehalt gefahren werden können.

saab3

Unter http://home.ngi.de/hans9/audio/zoerbig.ogg steht der entstandene Radiobeitrag.

Dienstag, 13. Juni 2006

Zweifel an Cryo?

Folgende Skizze reichte Herr Gobsch nach und da wurden die Zweifel wieder größer...

tunnel

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Stanislaw Ossowski
Klassenstruktur im sozialen Bewusstsein


Sighard Neckel
Flucht nach vorn


Jiang Rong
Der Zorn der Wölfe


Christa Luft
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